Doch nicht so toll.

April 8, 2008

Hatte ich mir das nicht anders vorgestellt? Dieses postgraduelle Leben. Doch hatte ich. Ich dachte es könnte nicht unkomfortabler werden – nach dem Leben in dem man sein Rad in überfüllte Fahrradständer vor der Uni quetschen muss, nachdem man gerade den 50tausendsten Kaffe gegen ein minimales Trinkgeld an einen Tisch geschleppt hat.

Ja–ich dachte mir, dass dann irgendwie Ruhe –na ja… –oder eher so was wie Rhythmus einkehrt. Das Leben mit einem einzigen Beruf für den man bezahlt wird, weil dessen Ausübung durch mehrere Jahre als Student gründlich vorbereitet hat. Wirklich! Ich ging davon aus, dass das besser sein müsste, als dieses Heranschaffen von Scheinen, um das Recht zu haben sich mit einer Diplomarbeit abzurackern. Um dann knietief im Unrat zu warten zu Hause, weil man die Trödelei der ersten vergeudeten Monate nach der Anmeldung dieses Irrsinns wieder aufholen muss. Eine Zeit in der man auf die Taschengelder der Eltern bauen muss, um sich dann bei Penny mit Toastbrot einzudecken, damit die Ausgaben in der Mittagspause für einen Döner gespart werden. Und das auch nur weil man ausgerechnet nicht als Ökonom geboren wurde und sich irgendwann mitten im letzten Semester eine Fahrt nach Cannes inklusive dem Erwerb gleich mehrerer Sommerkleider gegönnt hat.
In diese Zeit schien mir nichts erstrebenswerter als nur einen Job zu haben und sich eben genau nur darauf zu konzentrieren. Und von einem Monatsgehalt zu profitieren, welches es einem ermöglicht seien Urlaub nicht zum Aufbessern seines H&M Etats durch das Lackieren von Heizkörpern zu verschwenden. Sozusagen eine Welt in der man nichts machen muss außer zu Arbeiten und die Freizeit mit Freizeit zu verbringen. Aber es hat sich alles etwas anders entwickelt. Mist. Denn überraschenderweise ist das alles jetzt wesentlich komplizierter und auch doch wesentlich anstrengender, als vermutet.

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