Klar ist, dass heutzutage eigentlich jeder unheimlich viel zu tun hat. Wer es nicht hat tut wenigstens so und dass etwas nicht ganz stimmt merkt man nur daran, wenn Leute auftauchen, die Zeit und Lust haben Fahrradfahrer anzuschreien, weil sie ohne Licht fahren. Viel zu tun haben ist aüßerst imagefördernd und wer besonders viel tolle Sachen hinbekommt, wirkt so als hätte er nicht nur alles im Griff, sondern suggeriert auch noch einen Zustand vollkommener Erfüllung.
Bei mir ist es anders. Ich habe mein Leben absolut nicht im Griff und obendrein auch noch wirklich viel zu tun. Kommt mir jedenfalls so vor. Das ist auch das Problem. Jemand anderes würde mit meinem Pensum wahrscheinlich nebenbei noch locker ein paar Rekorde im Poolbilliard brechen und aüßerst aktiv meditieren. Leider gehöre ich hingegen einer Spezies an, die viel zu viel Zeit braucht, um sich zu erholen. Von was auch immer. Es ist egal was ich anpacke, ich brauche nach einer Anstrengung immer viel Ruhe. Und nach einer Woche Menorca-Workshop inklusive 20 Juniorwerbern rund um die Uhr hätte ich in eine Reha gehört. Stattdessen erwartete mich aber ein normaler Montag. Ein Montag an dem sofort das Telefon klingelt, als ich in der Agentur bin. Kling: „Guten Morgen A. Für dich gibts diese Woche Katztenfutter“ „Ja gut. Kein Problem. Mach ich gerne!“ Gott sei Dank. Denn Katzenfutter gehört zu den Themengebieten, um die sich meine Agentur kümmert, die leichter zu beackern sind, als beispielsweise ein Auto. Mag sein, dass es auch daran liegt das Katzenfutter nicht unbedingt der Prestigekunde ist, bei dem man alles daran setzt ihn mit Kreativideen vollzustopfen.
Somit habe ich die Woche einigermaßen hinter mich gebracht. Neben den normalen Anforderungen des Tages, der bei mir aus zwei Stunden Pendeln und den 10 Stunden Katzenfutter bestand, kam noch morgens und abends Inhalieren dazu, weil ich so schlau war die Woche auf Menorca lang Fortunazigaretten zu rauchen. Egal. Es gibt Leute, die trinken zehn Liter Wasser am Tag und sterben dann an einer Überdosis davon.
Aber ich hab sowohl die zwei Schachteln Fortuna, als auch die Woche Katzenfutter überlebt.